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29.07.2010

Tschernobyl-Folgen liegen noch immer auf Staatskasse

Mehr als 24 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kommt die Bundesregierung noch immer für die damals verursachten Umweltschäden auf. Insgesamt belaufen sich die Entschädigungsleistungen des Bundes in Deutschland seit dem Reaktorunfall auf etwa 238 Millionen Euro. Das geht aus einer dem «Hamburger Abendblatt» (Donnerstagausgabe) vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage mehrerer Grünen-Bundestagsabgeordneter hervor.

Wie das Bundesumweltministerium der Zeitung mitteilte, zahlte der Bund allein im vergangenen Jahr an Jäger und Jagdrechteinhaber 424 650 Euro als Entschädigung für übermäßig strahlenbelastetes Wildbret von Wildschweinen. 2008 lagen diese Zahlungen noch bei 380 000 Euro, 2007 noch bei 104 000 Euro. Im ersten Halbjahr 2010 zahlte der Bund bereits 130 000 Euro an Entschädigungsleistungen für kontaminiertes Wildschweinfleisch. Zum Vergleich: 1998 lagen die Zahlungen laut Ministerium noch bei 10 000 DM.

Die Zahl aus den Ländern gemeldeten Wildproben, deren radioaktiver Cäsiumgehalt über dem erlaubten Höchstwert liegt, sind in den vergangenen Jahren stetig angestiegen, meldet das Umweltministerium. In Deutschland ist es nicht erlaubt, Lebensmittel mit einem Radiocäsiumgehalt von mehr als 600 Becquerel pro Kilogramm in den Handel zu bringen. Die Belastung sei vor allem noch in Süddeutschland stark, erklärte das Ministerium. Demnach werden in wildwachsenden Pilzen und in Wildbret auch mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall immer noch weitaus höhere Aktivitäten als in landwirtschaftlichen Produkten gemessen.



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